Hussein - das mediale Supermonster

Bilder eines Bildkrieges. Kriegspropaganda einer Massenzeitung
von Manfred Horn

     
 
 
 
 
Der Golfkrieg 1991 war ein Beispiel für Kriegspropaganda, zumal in der Bundesrepublik erstmals diskutiert wurde, in wie weit sich die Bundeswehr an Kriegen beteiligen solle. Es reichte nicht, Hussein als Diktator darzustellen. Die Bildzeitung zum Beispiel baute ihn zu einem verächtlichen Supermonster auf. Die Bilder zeigen Titelschlagzeilen der Bild-Zeitung zwischen dem 9. und 30. Januar 1991. Er wurde zum teuflischen Mörder und Kriegstreiber. Mit solchen Schlagzeilen wurde der Krieg der USA gegen den Irak unterstützt - gegen die damals starke außerparlamentarische Antikriegsopposition. Was die Bildzeitung in ihrem üblichen Stil darstellte, versuchten auch andere Zeitungen und Zeitschriften. Der Spiegel beispielsweise beteiligte sich an der Entmenschlichung Husseins. Im Prinzip gilt die Teufelsfigur Hussein bis heute - ein Grund, warum es kaum politischen Druck gegen die UN-Sanktionen gibt.
     
 
 
 
 

Die Bildzeitung schreckte auch vor pseudopsychologischen Charakterbestimmungen nicht zurück, die an die Rassekunde der Nationalsozialisten erinnern. Hier einige Auszüge:

«Nase: Groß, unförmig, oft zornschnaubend, gebläht. Solche Menschen sind immer auf der Lauer, können jederzeit losschlagen.
Kinn: Grobschlächtig - mit ausgeprägten Grübchen. Diese Kinnpartie beweist Gefühlskälte, bitteren Zynismus und sadistische Freude.
Mund: Oberlippe hinter Schnauzer versteckt, die wulstige Unterlippe hängt meist ein wenig nach unten, wie bei hemmungslosen Menschen. Der Mund zeigt eiskalten Machthunger, Gier nach Anerkennung.«

     
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...und die Medien schweigen