Caprichos

 

 

1799 kündigte Goya in einer Madrider Zeitung das Erscheinen einer Serie von 80 Radierungen an, den Caprichos (span: Launen). Ganz im Sinne der aufklärerischen Gedanken der Französischen Revolution lehnte sich Goya gegen die Willkürherrschaft von Monarchie und Adel, Kirche und Justiz auf. Damit wandte er sich offen gegen die Unterdrückung seiner Landsleute, die immer mehr verelendeten.
Er fügte jedoch hinzu, dass seine Themen ideellen Ursprungs seien, seiner Phantasie entsprungen und nicht aus der Natur. Damit flüchtete sich Goya in den sicheren Raum seiner künstlerischen Freiheit. Die hochbrisanten Themen gefährdeten schließlich doch seine Stellung als Hofmaler und Goya zog die Serie zurück.

 

 

Die Radierung zeigt den schlafenden oder träumenden Künstler - sueno bedeutet sowohl schlafen als auch träumen - der von Fledermäusen, Eulen und monströsem Getier bedrängt wird. Wenn die Vernunft schläft, werden die Mächte der Nacht, Willkür, Unvernunft und Gewalt regieren

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer
um 1797, 21,6 x 15,2, Privatbesitz
   

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