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Kriegsberichterstatter persönlich Kriegsberichterstatter:
ist das eigentlich ein Beruf den man sich bewusst aussucht, oder sucht
die Situation den Journalisten? Eine Betrachtung über Menschen, die auszogen,
um von Krisen und Kriegen zu berichten. |
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| Kriegsberichterstattung:
Job oder Lebenseinstellung? Tod und Gewalt: Verdrängung oder Verarbeitung? Erlebnisse: Nicht alles besteht aus Blut und Leid Ausstieg: Wege zurück in die Normalität Charakterzüge: Wie sieht ein idealer Kriegsberichterstatter aus? |
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Kriegsberichterstattung: Job oder Lebenseinstellung? |
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| 38 Reporter sind im Bosnienkrieg ums Leben gekommen. Als der Sat1-Korrespondent Piet Schnitzler in einem Krisengebiet entführt worden war, strahlte der Sender wochenlang die Aufforderung aus, ihn endlich frei zu lassen. Die Öffentlichkeit nahm starken Anteil an dem Vorfall. Schnell könnte man den Eindruck gewinnen, Kriegsberichterstatter seien die besseren Journalisten, die den Job vor das eigene Leben stellen: Häufig entstehen lebensbedrohliche Situationen, aber immer leidet zumindest das Privatleben. Die Spiegel-Redakteurin Dorothea Hahn, die derzeit in Paris lebt und arbeitet, stellt gegenüber KommuniCare eine Unterscheidung zwischen normalen Journalisten und Kriegsberichterstattern in Frage: «Ein Teil des Problems liegt gerade darin, dass es zunehmend Kollegen gibt, die sich aus - persönlicher oder beruflicher - Neigung, oder aus - wirtschaftlichem oder sonstigem - Zwang auf Kriege spezialisiert haben. So etwas prägt die Wahrnehmung», sagt sie, bekennt aber gleichzeitig, dass auch sie über Kriege berichten würde. Spezialisierte Kriegsberichterstatterin jedoch ist sie nicht. | |
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Die Namen
anderer Journalisten werden dagegen sofort mit Krieg in Verbindung gebracht.
Wahrscheinlich auch deswegen, weil sie gerade im Privatleben Opfer bringen.
Zum Beispiel der bayrische Radio-Korrespondent Elias Bierdel, der freie
Fernsehjournalist Christoph-Maria
Fröhder und nicht zuletzt Friedhelm
Brebeck, der einen Großteil seines Lebens für das öffentlich-rechtliche
Fernsehen in Krisengebieten verbracht hat. Brebeck, der Kriegsberichterstatter.
Das ist etwas, was der 65-jährige nicht gerne hört: «Kriegsreporter
ist ein Begriff, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Gemeint waren die
Journalisten aus den sogenannten Propaganda-Kompanien der deutschen Wehrmacht.
Erst im Golfkrieg wurde der Kriegsreporter wieder entdeckt und als Tätigkeitsmerkmal
benutzt. Vor allem natürlich Peter Arnett in Bagdad. Er hat tatsächlich
nichts anderes berichtet als Krieg, jedenfalls seit Vietnam, wo er sich
den Pulitzerpreis holte. In der deutschen Medienwelt sind das Journalisten,
die gelegentlich oder über eine längere Zeit vom Krieg reportiert
haben. Ihre Hauptarbeit sind aber immer ganz unblutige zivile Themen».
Dennoch gibt es Unterschiede. «Das zivile Leben kennen viele Kriegsberichterstatter
nur noch aus dem Urlaub, wenn überhaupt», so Dorothea Hahn. Patrick Leclercq,
der mittlerweile zur Tagesschau gewechselt hat, stellt sich ihr zur Seite:
«Privatleben findet - so lange ein Krieg oder Krisen andauern - nicht
statt. Für Angehörige ist eine solche Tätigkeit eine große Belastung».
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Elias
Bierdel
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| Der ehemalige
ARD-Korrespondent Brebeck präzisiert das: «Immer trägt der Partner
daheim die größte Belastung eines Korrespondenten im Krieg: Angst.
Und wenn wir zurück kommen, haben wir uns verändert. Ein Anderssein,
das wir selbst gar nicht spüren. Umso mehr aber die anderen: Intoleranz.
Aggression. Autistische Phasen. Verweigerung des öffentlichen Alltags».
Gerade privater Rückhalt macht eine solche Tätigkeit also häufig erst möglich. Manche Journalisten arrangieren sich mit der Situation. Zum Beispiel Halim Hosny: «Ich habe das Glück, dass meine Frau mit mir reist. Sie ist die Producerin unseres Teams. Sicher birgt die intensive Zusammenarbeit auch Spannungen, aber wir machen dieselben Erfahrungen und können uns gegenseitig helfen». |
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Literatur: Für diesen Artikel führten Christel Boven und Arne Schröder Interviews mit Friedhelm Brebeck, Patrick Leclercq und Dorothea Hahn. Die Zitate von Halim Hosny stammen aus einem Interview mit dem Journalistik Journal der Uni Dortmund. Die Zitate von Christoph-Maria Fröhder wurden einem Interview des Medium Magazins entnommen. Einige Zitate von Friedhelm Brebeck stammen aus der Neuen Osnabrücker Zeitung. |
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Tod und Gewalt: Verdrängung oder Verarbeitung? |
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