Lesetipp:
Ernest Hemingways «Wem die Stunde schlägt
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Ernest Hemingway (1899 - 1961) wurde schon als Jugendlicher Reporter bei einer Lokalzeitung in Kansas City. In den 20er Jahren wendete er sich der Literatur zu, blieb zugleich als Korrespondent dem Journalismus verbunden. Er berichtete aus der arabischen Region, China und dem Spanischen Bürgerkrieg. In seinem bekannten Roman «Wem die Stunde schlägt» verschlägt es den US-Amerikaner Robert Jordan nach Spanien. Er engagiert sich auf Seiten der Republikaner. Hemingway zeichnet ihn als vorbildlichen, aber auch zweifelnden Kämpfer. Er wählt die Seite der Kommunisten, erfährt aber von ihrer opportunistischen und brutalen Machtpolitik. Hemingway schildert den Bürgerkrieg vor allem als militärischen Krieg, soziale Skizzen spart er weitestgehend aus. Hemingway, dessen literarische Folie für diesen Roman zweifelsohne aus eigener Weltanschauung und Erfahrung im spanischen Bürgerkrieg gespeist wurde, macht deutlich, dass er kein Freund der Anarchisten war. Der Roman präsentiert aber auch eine tiefgreifende Desillusionierung über die kommunisitsche Machtpolitik.
   
 

Ein kleiner Auszug aus dem Roman «Wem die Stunde schlägt»:

«Solange wir den Krieg nicht gewonnen haben, ist mein Gehirn beurlaubt», sagte Robert Jordan. «Dann wird es wohl noch sehr lange Urlaub haben. Aber ein bisschen Beschäftigung sollten Sie ihm doch geben.» «Ich lese den Mundo Obrero», sagte Robert Jordan, und Karkow erwiderte: «Gut. Sehr gut. Auch ich kann einen Witz vertragen. Immerhin stehen im Mundo Obrero ganz kluge Sachen. Die einzigen klugen Sachen, die über diesen Krieg geschrieben werden.» «Ja», sagte Robert Jordan. «Der Meinung bin ich auch. Aber wenn man ein vollständiges Bild von den Ereignissen erhalten will, darf man nicht nur das Parteiorgan lesen.» «Nein. Aber wenn Sie auch zwanzig Zeitungen lesen, werden Sie kein richtiges Bild erhalten, und wenn Sie eins hätten, wüßte ich nicht, was Sie damit anfangen wollten. Ich habe fast unaufhörlich ein solches Bild vor Augen, und was mache ich: Ich bemühe mich, es zu vergessen.» (Mundo Obrero war die Zeitung der kommunistischen Partei)

Buchcover aus den 70ern. Hemingways Roman war auch bei den 68ern beliebt
   
 

Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt. Rowohlt. Hamburg. Sonderausgabe 1999. Preis von 16.90 DM

 
Die Geschichte des spanischen Bürgerkriegs - wenn die Stunde schlägt
Schriftsteller und Journalisten im spanischen Bürgerkrieg