| Erlebnisse: Nicht alles besteht aus Blut und Leid | ||
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Für Patrick Leclercq
gab es viele Situationen, die ihn nachhaltig geprägt haben. Zum Beispiel,
als 1984 während der Straßenkämpfe in Beirut sunnitische Milizionäre das
Journalistenhotel «Commodore» besetzten. Die Unterkünfte der Journalisten
waren bis dahin für die Kämpfer tabu. Die Milizionäre nutzten dieses Einverständnis
für ihre Zwecke, und kämpften von dort aus weiter. Solche Ereignisse führen dazu, dass immer mehr Journalisten aus sicherer Entfernung berichten, wie der freie Fernsehjournalist Christoph-Maria Fröhder weiß: «Das ist im Kosovo-Krieg zu einem neuen, traurigen Standard geworden. Jeden Abend laufen in allen Systemen Zusammenschnitte aus serbischem und NATO-Material, ohne dass gesagt wird, dass es sich um eine redaktionelle Bearbeitung von Fremdmaterial handelt, die in München, Wien oder sonstwo stattfindet. Das ist ein Betrug am Zuschauer. Wenn dem ein Autorenname angesagt wird, muss er doch denken, der Mann sei vor Ort». Fröhder ist ein einfallsreicher Journalist mit hohen Idealen. So blieb er 1975 als einziger Fernsehkorrespondent beim Einmarsch der Roten Khmer in Pnom Penh. Das Filmmaterial schmuggelte er in einem falschen Gipsarm aus Kambodscha heraus. Dabei helfen sich viele Kriegskorrespondenten untereinander. |
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Christoph-Maria
Fröhder
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| «Da sich
die Korrespondenten in aller Regel von anderen Krisengebieten kennen, wird
meist versucht, eng zusammenzuarbeiten.Reiserestriktionen, Zensur und die
Begrenzung der logistischen Mittel in Kriegsgebieten machen das einfach
notwendig» erklärt Patrick Leclercq. Der freie Fernsehreporter Fröhder hat mit der Zensur seine Erfahrungen gemacht: Im Golfkrieg hat er zum ersten Mal die Zensur und den Zensor zum aktuellen Dauerthema gemacht: «Ja, wir wollten eine Situation herbeiführen, in der der Zensor sichtbar wird. Ich hatte das mit dem Kameramann von CNN abgesprochen, die damals für uns die Live-Übertragung machten. Der hat auch mitgespielt. Die Verabredung war: Wenn ich den linken Zeigefinger hebe, zieht er so weit auf, dass der Zensor, der immer in zwei Meter Abstand neben mir stand, ins Bild kommt. Hajo Friedrichs sprach das Thema an, ich antwortete, der Kameramann zog auf und schaltete im gleichen Moment den Kontrollmonitor ab, so dass der Zensor das noch nicht mal mitbekommen hat». Freundschaft ist etwas, was auch Friedhelm Brebeck im Kosovo kennengelernt hat: «Wenn man einen wesentlichen Teil seines Lebens dort verbringt, dann hat man auch Beziehungen, die man weiterhin pflegen will. Und dazu muss man sicherlich noch mal hinfahren». |
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| Ausstieg: Wege zurück in die Normalität |
| Tod und Gewalt: Verdrängung oder Verarbeitung? |