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Charakterzüge: Wie sieht ein idealer Kriegsberichterstatter aus? |
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| Halim Hosny kennt den Einstieg in das Dasein als Kriegsberichterstatter: Oft schicken die Redaktionen junge aufstrebende Journalisten ohne Familie los: «Die Redaktionen legen ihnen dann sicher keine Steine in den Weg. Bei gefährlichen Einsätzen findet beim ZDF immer eine Rücksprache mit der Redaktion statt. Und es liegt an jedem selbst zu sagen: Ich mach es oder ich mach es nicht». Patrick Leclercq bringt es auf den Punkt: «Im Fernsehen ist die wichtigste Charaktereigenschaft, verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel darüber, wie weit man das Team und sich selbst gefährden kann oder wann Menschenleben wichtiger sind als die Story». | |
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Friedhelm Brebeck pflichtet dem bei: «Ein Kriegsberichterstatter braucht nicht mehr als das, was man überall als Reporter oder Korrespondent braucht. Nämlich professionelle Fähigkeiten. Und die bewusste Verantwortung für das Team. Gutmenschen scheitern gewöhnlich genauso rasch wie Sensationswillige». Es muss die Bereitschaft bestehen, mit kühlem Kopf immer wieder von neuem den Arbeitstag zu planen. Denn, so Leclercq, «es gibt keinen typischen Tagesablauf. Aber im Mittelpunkt steht sicher die Berichterstattung und mithin das Drehen der Arbeiten und Einordnen der Ereignisse im Blick auf die beteiligten Kriegsparteien». Und auch mit der Einflussnahme der Kriegsparteien auf die eigene Berichterstattung muss ein Journalist umgehen können. |
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Friedhelm
Brebeck bei der Arbeit in Bosnien
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| Patrick
Leclercq beschreibt seine Erfahrungen: «Selbstverständlich versuchen Kriegsparteien,
sie zu beeinflussen oder auch Fehlinformationen zu lancieren. Da helfen
nur intensive Recherchen und das dauernde Infragestellen der so genannten
Informationen, so dass auch der Zuschauer mitbekommt, dass der Reporter
nicht immer die letzte Wahrheit gepachtet hat». Friedhelm Brebeck sieht das ähnlich: «Journalisten sind in Kriegen immer unbeliebte Störer: sie glauben nichts, haben immer Zweifel, hinterfragen alles. Und wollen immer alles sehen, filmen, fotografieren - also dokumentieren. Totalitäre Regime verhindern also Journalisten, wann immer es geht. Bis hin zur Verhaftung, Verurteilung oder sogar Mord. Demokratische Staaten arbeiten mit Spielregeln scheinbarer Partnerschaft und interessengesteuerter Info-Politik. Im erfolgreichsten Fall wird daraus eine fast völlige Berichtskontrolle wie im Golfkrieg. Oder eine öffentliche Info-Farce wie die tägliche PR-Konferenz der NATO in Brüssel während der Kosovo-Bombardierung.» Dabei liegt Erfolg für Brebeck fernab von Applaus und Medienpreisen: «Es ist diese völlige Erschöpfung irgendwann in der Nacht. Ein kostbares warmes Bier. Fünf Menschen im Schlafsack, ohne Heizung, Wasser oder Strom. Und alle mit dem wunderbaren Kaputtgefühl: Sieben Filmbeiträge. Drei Live-Schaltungen. Alles geschafft. Und nichts in den Sand gesetzt». Kriegsberichterstatter, das sind Journalisten, die einen daran erinnern, wie schön es eigentlich hinter dem eigenen Gartenzaun ist. Vor allem sind das aber Menschen, die einem ständig vor Augen führen, dass die Welt nicht vor dem eigenen Gartenzaun aufhört. |
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Ausstieg: Wege zurück in die Normalität |