Ausstieg: Wege zurück in die Normalität

 
Der 65-jährige Friedhelm Brebeck beschreibt einen typischen Arbeitstag so: «Gegen 4:30 Uhr aufstehen. Technische Vorbereitungen für das ARD-Morgenmagazin. Kurz nach sechs Uhr erstes Live-Interview. Gegen 7:30 Uhr die zweite Zuschaltung. Nach acht Uhr ausschwärmen zu Dreharbeiten für das ARD-Mittagsmagazin und die Tagesschau/Tagesthemen. Ab 11:30 Uhr Schnitt, Text und Sprachaufnahme. Kurz vor 13:00 Uhr Überspielung. Vielleicht noch eine Liveschaltung während der Sendung. Anschließend weitere Dreharbeiten. Dann Schnitt, Text und Sprachaufnahme für die Tagesschauen um 17:00 Uhr und um 20:00 Uhr. Danach Schnitt, Text und Sprachaufnahme für die Tagesthemen. Überspielung gegen 22:00 Uhr. Vielleicht auch da noch eine Live-Zuschaltung. Wenn man richtig bestraft wird, sind noch zwei Beiträge für ein Drittes Programm zu machen. Und wenn schon denn schon: Auch das ARD-Nachtmagazin will unbedingt einen Beitrag für die Zeit nach Mitternacht. Danach nochmal Schnitt, Text und Sprachaufnahme: ein Film für das ARD-Morgenmagazin am nächsten Tag. Der beginnt gegen 4:30 Uhr mit dem Aufstehen und der Überspielung des Beitrags.»

Brebeck ist mittlerweile Pensionär. Dennoch kann er noch nicht stillstehen: «Wenn man so lange diese Entwicklung mitgemacht hat, dann hätte man schon gern ein paar Jahre drangehängt. Aber dann wäre es in fünf Jahren genauso gewesen. Es wird dort immer eine Entwicklung geben, die man nicht mehr mitmachen kann.»

Auf den Vorzeigereporter mit der rauhen Stimme warten schon neue Aufgaben. Er ist für eine Reihe von «Hochglanz-Reportagen» für den WDR im Gespräch. Auf diese Weise muss er das Reporterleben nicht als abgeschlossen ansehen. «Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich nicht als Rentner fühle.»

Patrick Leclercq, der sich nie als Kriegsberichterstatter sah, hat seinen Koffer mittlerweile in der sicheren Tagesschauredaktion abgestellt: «Ich betrachte mich nicht als Kriegsberichterstatter. Das sind vielmehr Kollegen, die von diesem Gewerbe leben, das heißt als Fotoreporter, Kameramann oder Journalist fast ausschließlich von solchen Geschehen berichten und auch leben. Ich zähle mich vielmehr zu jenen Korrespondenten, die in Weltregionen gearbeitet haben, die Krisenregionen sind und deshalb immer wieder über Kriege berichtet haben.»

 
Charakterzüge: Wie sieht ein idealer Kriegsberichterstatter aus?
vorwärts

zurück

Erlebnisse: Nicht alles besteht aus Blut und Leid